Wildschwein angeschossen und entkommen
Mittwoch, 5. März 2008
Keiler liefert sich Hetzjagd mit der Polizei. Das Tier entkommt anschließend verletzt in den Wald

Laut Polizeibericht haben sich nur durch einen beherzten Sprung auf den Balkon eines Wohnhauses in Schwanheim in den gestrigen Abendstunden zwei Polizeibeamte noch rechtzeitig vor einem sie angreifenden Wildschwein in Sicherheit bringen können.

Bereits zuvor hatte der aggressive Keiler den Beamten durch mehrere Straßen in Schwanheim eine wilde Hatz geliefert. Im Rahmen der Gefahrenabwehr mussten die Beamten letztendlich dann von ihren Dienstwaffen Gebrauch machen. Doch offensichtlich waren die Schüsse, die auf das Tier abgegeben wurden nicht tödlich, denn das Wildschwein entkam im Unterholz des Schwanheimer Waldes.

Die Jagd auf den Schwarzkittel begann, nachdem Anwohner per Notruf kurz vor 18.00 Uhr die Polizei alarmiert und mitgeteilt hatten, dass ein sehr großes Wildschwein sich momentan in einem Getränkemarkt in Schwanheim aufhalte. Als mehrere Funkstreifenwagenbesatzungen daraufhin am Geschehensort eintrafen, war das Tier bereits wieder verschwunden. Bei einer Absuche der näheren Umgebung konnte das Wildschwein schließlich auf einem Fußweg zwischen der Henriette-Fürth-Straße und Im Hirschwäldchen trottend gesichtet werden.

Zunächst schienen auch die anschließenden Bemühungen der Beamten das Tier in Richtung Wald zu treiben von Erfolg gekrönt zu sein, doch plötzlich überlegte es sich der Keiler offenbar anders, wurde zunehmend aggressiv und griff schließlich die Beamten an. Nach dem "Rettungssprung" auf den Balkon ließ das Interesse des Tieres an den Beamten plötzlich nach und es streunte anschließend unbeeindruckt von dem gerade Erlebten ziellos durch das Wohngebiet.

Da andere Mittel das Tier, das jetzt wieder zunehmend aggressiver wurde, außer Gefecht zu setzen (Einsatz eines Betäubungsgewehres) nicht zur Verfügung standen und eine konkrete Gefährdung der Anwohner nicht mehr ausgeschlossen werden konnte, entschlossen sich die Beamten im Rahmen der Gefahrenabwehr zum Einsatz ihrer Dienstwaffen. Das verletzte Tier entkam schließlich. Die anschließende Absuche nach dem Waldbewohner mit Hilfe einer Wärmebildkamera der Feuerwehr bzw. ein zum Einsatz gebrachter sogenannter Schweißhund führten nicht mehr zum Auffinden des Tieres.

Die Suche wurde heute bei Tagesanbruch durch einen Jagdausübungsberechtigten fortgesetzt.

(sch)
 
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