Endlich 2010
Was war, was wird? Rücksichten, Vorsichten, Aussichten auf ein neues Jahrzehnt

Während der krisengebeutelte Mitbürger noch immer die Krise nicht so richtig finden kann, sich aber dennoch mit angstgeweiteten Augen im Fernsehen die Neujahransprache seiner Bundeskanzlerin angehört hat, blicken andere zurück auf ein recht seltsames Jahr und freuen sich auf ein besseres 2010. Vergessen die 500 Milliarden Steuergelder, die an krankende Banken geflossen sind, vergessen auch der nachfolgende Untersuchungsausschuss, der die Inhalte der Verhandlungen zwischen Merkel und Ackermann in Bezug auf die Hypo Real Estate beleuchten wollte, welche zu dem Milliardenkredit geführt hatten, doch vergessen war dieser bekanntlich schon vor der Bundestagswahl 2009 gewesen. Schweinegrippe und Impfstoffe, denen die meisten dann doch deutlich mißtraut hatten und die freundliche Aussicht auf noch mehr Selbstbeteiligungen bei den Krankenversicherungen, so verabschiedete man sich von dem alten Jahrzehnt.

Mit einem richtigen Bonbon startet dann auch gleich das neue Jahr. Elena heißt die neue Freundin der Arbeitnehmer. Elena (elektronischer Entgeltnachweis) hat sich dann doch als recht neugierig erwiesen. Was eigentlich die Welt für alle einfacher machen, eben schlicht die Arbeitsbescheinigungen ersetzen sollte, die bislang in Papierform an die Sozialversicherungen geschickt werden mussten, gestaltet sich nun als 41 Seiten starker Fragebogen, mittels dessen Hilfe nun auch viele persönliche Daten des Arbeitnehmers erhoben werden sollen. Darunter werden auch Fehlzeiten aufgrund von Streiks erfasst und die Unterscheidung, ob diese denn auch rechtmäßig" oder gar "unrechtmäßig" gewesen seien. Ich bin mir sicher, Orwell blickt voller Neid auf soviel Ideenreichtum.

Aber lassen wir uns nicht irritieren, denn was das Jahr 2010 tatsächlich für uns bereit halten wird läßt sich ohnehin nur Orakeln. Werfen wir die Ratstäbe, befragen wir die Sterne und die Zahlen. Wie uns ein bekennender Esoteriker aus dem Bekanntenkreis versichert hat, sind wir nummerologisch gesehen auf der sicheren Seite. Während die Zahl 9 in unserem Jahrtausend noch deutlich den Saturn und damit das „erzieherische“ oder „Leidensprinzip“ verkörpert habe, so sei die Zahl 10 die „Vervollkommnung“, also eine absolute positive „Lichttendenz“ für das neue Jahr. Dann wollen wir mal hoffen, daß auch den Entscheidungsträgern in unserem schönen Lande endlich ein Licht aufgeht.

In diesem Sinne wünschen wir all unseren Lesern ein schönes, erfolgreiches und stets mit Energiesparlampen gut beleuchtetes Jahr 2010.

(bnh)
 
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