Jahresrückblick auf eine interessante Zukunft
 Steppenläufer
Jetzt, da die Schatten bereits so richtig lang auf dem Boden liegen und ein zerrüttender innerer Disput das gesamte Spektrum des „Weiße Weihnacht: Pro und Contra“ zu ergründen sucht, ist es wieder an der Zeit einen Blick zurück zu richten. Wieder ein Jahr ist so gut wie vergangen, wie es zwangsläufig um diese Jahreszeit recht oft zu geschehen pflegt, ob wir es zu verhindern suchen oder auch nicht.
Aber so selbstverständlich fühlt es sich dieses Mal gar nicht an. Nach Fukushima und Guttenberg, nach Haushaltsdesaster und Ackermann ist man verwundert und froh noch da zu sein, sich des Lebens mehr oder weniger zu erfreuen. Die lärmenden Montagsdemos am Flughafen, Bürger die dem Ärger einer gefühlten Enteignung Luft machen und selbst eine Bürgermeisterin, die ihren grünen Kampf gegen den Fluglärm im Aufsichtsrat der Fraport AG führt, scheinen auf seltsame Weise auszublassen im Angesicht von Weihnacht und Jahreswechsel.
Wie der Steppenläufer Busch ist das Vertrauen des Bürgers in dessen Zukunft dem willkürlichen Windspiel politischen Handelns austauschbarer Protagonisten ausgesetzt, jedweder vernünftigen Entscheidung, so scheint es, steht ein „ja aber das Geld“ entgegen. Wir aber hegen insgeheime Hoffnung.
Ja, geben wir die Hoffnung noch nicht völlig auf. Versuchen wir statt dessen mit scheinbar widersinnig naiv glitzernden Kinderaugen das Weihnachtswunder zu beschwören, denn gerade in Zeiten von wachsendem Unwohlsein beginnt der Mensch, so wie es eben seine Art ist, die eigenen Lebensumstände ganz allmählich in Frage zu stellen, zu analysieren. Er stellt dabei mitunter fest, das er eine Stimme besitzt und entdeckt etwas ganz entscheidendes: Die Macht bewusst demokratischen Handelns.
Während ich in den Garten gehe um noch ein weiteres Apfelbäumchen zu pflanzen, wünsche ich Ihnen, geschätzter Leser, regenerierende Festtage und einen guten Rutsch in ein garantiert höchst interessantes Jahr 2012
Ihr
Bobby von Schwanheim |