Schwanheim und seine Industrie
Bis mitte des 18.Jhd. waren Schwanheimer Bürger überwiegend Bauern, die sich durch Ackerbau und Viehzucht ihren Unterhalt verdienten. Neben dem alt eingesessenen Bauernadel war Schwanheim auch künstlerisch belebt. Bildhauer, Vergolder hatten hier Fuß gefasst. Damals bekannte Namen wie Leimer, Wachendörfer, Baumgärtl, Herber, Gastell, Saffran, Grässer, Henrich , Berz und Belz waren zu ihrer Zeit Künstler, die weit über die Grenzen hinaus anerkannt wurden. Heute noch haben diese Namen in Schwanheim einen guten Klang und ihre Werke kann man in der Martinuskirche, im St. Josefsheim und St. Martinuskirche bewundern. Bei einem Besuch im Heimatmuseum von Schwanheim können sie sich mit den Werken und Arbeiten der Künstler vertrauter machen.
Diese künstlerische Epoche sollte nach 200 jähriger Zeit zu Ende gehen. Martin Henrich, einer der letzten bekannten Bildhauer verstarb 1963. Heute ist ausschließlich Edwin Hüller noch in Schwanheim ansässig, unser großer Künstler, der unter anderem den "Mauritiushahn" und den Brunnen am Opernplatz geschaffen hat.
 Chemische Fabrik Griesheim
Eine neue Epoche bahnte sich 1856 für Schwanheim an. Durch den Bau einer chemischen Fabrik in Griesheim, wurden viele Arbeiter angelockt. Da sich Frankfurt ständig industriemäßig erweiterte, wurde auch die Einwohnerzahl Schwanheims größer. Bereits 1886 zählte man in Schwanheim 2700 Einwohner. Ein lohnender Industriezweig für Schwanheim war der Kiesabbau im Schwanheimer Wald, „Hölle“ genannt.
 Hölle, deutliche Spuren des Kiesabbaus
Hauptsächlich zur Aufschüttung des Hauptbahnhofsgeländes wurde der Kies benötigt. Große Strapazen wurden auf sich genommen, konnte man doch nur zu Fuß oder mit dem Schiff die Fabriken in Frankfurt erreichen. Transportmittel wurden benötigt. Am 18. April 1889 war es soweit, die Waldbahn wurde eröffnet.
In unser nächsten Folgen geht es weiter mit Industrie und Straßen Schwanheims.
(o.k.)
|