„Der große Festzug 1980“ - Teil 6 Ein Beitrag aus der Reihe "Schwanheim anders gesehen". Nr: 29
Nachdem über die Hälfte der Zugnummern an uns vorübergezogen ist, setzen wir unseren Bericht mit der Gruppe Nr.34 fort. Der Gesangverein Teutonia brachte uns in die Zeit zurück, als noch Kähne flußaufwärts mit Pferden gezogen wurden. Vom Ufer aus, mittels eines Zugseiles, waren je nach Größe des Kahnes, zwei oder auch vier Pferde erforderlich. Die Führer der Pferde nannte man die Leinereiter. Der Pfad auf dem die Pferde entlang gingen, nannte man den Leinepfad. Heute noch am Main in Schwanheim zu begehen.
Bildhauer und Vergolder hatten in Schwanheim eine lange Tradion vorzuweisen. Sie hatte ihren Anfang im 18. Jahrhundert und währte ca. 200 Jahre. Diese Berufszweige wurden vom KCSM in Gruppe 36 gezeigt. Der KCSM war es auch, der Handwerksburschen und Dienstmägde verkörperte. Einer der bekanntesten Gesellen des Kunsthandwerkes war Friedrich Leimer, der von Bamberg kam und hier in der Pfarrkirche (heute kath. Kindergarten) die ersten sakralen Plastiken herstellte. Weiter ging es mit dem Fanfarenzug Rot - Weiß Walldorf.
Der Schwanheimer ist ein Vereinsmensch. Er sucht und findet seine Freunde in Vereinen. Ihn drängte es in die Natur, den Wald und das Feld. Es war bei den Vereinen Sitte, dass sie am Pfingstmontag in den Wald zogen, um in geselliger Runde mit ihren Familien zu feiern. Als einziger Verein hält die Turngemeinde auch heute noch diesen Brauch hoch. Sehr schön präsentiert vom Tennisclub Schwanheim.
Weiden gab es in Schwanheim reichlich. Was lag näher, als dass es auch eine Korbmacherzunft in Schwanheim gab. Im Main befanden sich kleine Inseln, die mit Weiden bewachsen waren, sogenannte Weidenwörthe. (Straße: Am Weidenwörth). Diese Zunft wurde gezeigt von Schwanheimer Bürgern.
Dr. Wilhelm Kobelt war es, der die Anregung gab, dass ein Krankenwagen angeschafft wurde. Der Krankenwagen wurde mit Pferden gezogen. Sehr schön dargestellt von dem DRK Schwanheim/Goldstein. Abgeschlossen wurde diese Gruppe mit dem Fanfarenzug der Freiwilligen Feuerwehr Alsbach.
Die Freiwillige Schwanheimer Feuerwehr hat schon eine über 100 jährige Tradition. Um in Schwanheim Bürgerrecht zu erwerben, mußte man einen Feuereimer erwerben. Der Feuereimer war aus Leder, später aus imprägnierten Leinen. Die Freiwillige Feuerwehr zeigte in Gruppe 43 die Entwicklung des Feuerlöschwesen in Schwanheim bis zur Berufsfeuerwehr.
In unserem nächsten und letzen Bericht über den Großen Festzug, werden noch 20 Gruppen an uns vorüber ziehen.
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