Flucht vor Wildschweinen endete auf Baum
Sonntag, 27. April 2008
Das mit Wildschweinen nicht spaßen ist und erst recht nicht mit denen in freier Natur lebenden haben gestern Abend recht eindrucksvoll zwei junge Frankfurter erleben dürfen.

Die beiden 15-Jährigen aus Schwanheim waren eigenen Angaben zufolge gegen 22.00 Uhr auf dem Nachhauseweg. Da sie nicht auf die Straßenbahn warten wollten gingen sie von der Haltestelle Harthweg kommend zu Fuß durch den Wald in Richtung Goldstein Süd. Plötzlich hörten sie ein Geräusch.

Als sie sich umdrehten, sahen sie sich einer Rotte Wildschweinen gegenüber. Zunächst verhielten sich die Jungs ruhig, um die Tiere nicht zu erschrecken. Doch als unvermittelt das größte Tier mit Stoßzähnen (vermutlich ein Keiler) "heftig zu schnaufen" begann, bekamen es die beiden 15-Jährigen mit der Angst zu tun, gaben Fersengeld und rannten so schnell sie konnten mehrere hundert Meter in den Wald hinein.

Um sich in Sicherheit zu bringen kletterten die beiden in Ermangelung einer geeigneten Rückzugsmöglichkeit kurzerhand etwa acht Meter hoch auf einen Baum. Vermutlich wollten die Borstentiere den Jugendlichen jedoch zeigen wer Herr im Wald ist, denn sie harrten offenbar um Rache sinnend am Fuße des Baumes aus. Die 17-Jährigen trauten sich deshalb nicht mehr von ihrem luftigen Fluchtort herunter.

Dort saßen sie beinahe bald eine Stunde lang und trotz lauter Hilferufe kamen ihnen niemand zur Hilfe. Weil sie sich nicht anders zu helfen wussten alarmierten sie daraufhin laut Polizeibericht kurzerhand die Polizei (Anm.: vermutlich mittels einem mitgeführten Handy).

Wenig später traf dann eine Funkstreifenbesatzung des 10. Reviers am "Tatort" ein und entdeckten die verängstigten Jugendlichen etwa 200 Meter von der Haltestelle Harthweg im Bereich eines Waldweges auf dem Baum. Erst nachdem ihnen versichert wurde, dass die Wildschweine wieder im Unterholz verschwunden waren, kletterten die jungen Schwanheimer herunter und machten sich noch unter dem Eindruck des Erlebten auf den Heimweg.

(sch)
 
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