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Freitag, 1. Mai 2009 |
Verleihung des "Bundesverdienstkreuzes" an Frau Lilo Günzler. (der Artikel mit Galerie)
 OB Petra Roth und Lilo Günzler
Das Verdienstkreuz der Bundesrepublik Deutschland ist die einzige, allgemeine Verdienstauszeichnung und damit die höchste Anerkennung, die die Bundesrepublik Deutschland für Verdienste um das Gemeinwohl ausspricht. Es wird verliehen für politische, wirtschaftlich-soziale und geistige Leistungen, sowie für alle besonderen Verdienste um die Bundesrepublik Deutschland.
Auf Anregung unseres Stadtbezirksvorstehers und mit breiter Zustimmung Schwanheimer Persönlichkeiten wurde ein Antrag an unser Stadtoberhaupt gestellt, Frau Lilo Günzler wegen ihrer vielfältigen, ehrenamtlichen Tätigkeiten vorzuschlagen, sie mit dem Bundesverdienstkreuz auszuzeichnen.
Nach langer Prüfung an höchster Stelle war es dann am 29.April 2009 um 14:00 Uhr, soweit.
In einer feierlichen Zeremonie, im zweitschönsten Saal des Römers, im Limpurger-Saal, hatten sich zahlreiche Gäste, Politiker des Stadtparlamentes sowie Vertreter Schwanheimer Vereine eingefunden, um zu gratulieren und der Verleihung des „Bundesverdienstkreuzes“ für Frau Lilo Günzler beizuwohnen.
Frau Oberbürgermeisterin Petra Roth händigte persönlich diese hohe Auszeichnung im Namen des Bundespräsidenten aus. Sie sagte, mit dieser Ordensverleihung möchte der Bundespräsident die Aufmerksamkeit der Öffentlichkeit auf solche Leistungen lenken, denen er für unser Gemeinwesen besondere Bedeutung beimisst. Es ist nicht üblich, dass diese Auszeichnung generell vom Stadtoberhaupt übergeben wird. Meistens durch den Bürgermeister oder durch Stadtverordnete. Aber durch Ihre Verbundenheit mit Schwanheim und dem Heimatmuseum und ganz besonders mit Frau Lilo Günzler, sei es ihr eine große Ehre, diese Auszeichnung selbst zu überreichen.
Sie betonte in Ihrer Laudatio, dass viele Bürger sich Verdienste für das Gemeinwohl erworben haben. Frau Lilo Günzler aber habe es verdient, besonders ausgezeichnet zu werden. Sie dürfe stolz darauf sein auf ihren eingeschlagenen Weg, der dem Gemeinwohl dient. Ausführlich ließ die Oberbürgermeisterin, Frau Petra Roth, noch einmal die Vierdienste von Lilo Günzler Revue passieren und mit dem bemerkenswerten Schlusssatz Ihre Laudatio zu beenden:
„Frau Lilo Günzler sammelt Geschichte, sie ist Geschichte und wird Geschichte für die Nachkommen in Frankfurt bleiben“
Anschließend kam es unter dem großen Beifall der Gäste zur Überreichung des Verdienstkreuzes und der Urkunde. Frau Günzler war sichtlich gerührt dieser vielen Ehrungen, die ihr zu teil geworden waren. Sie erzählte den Gästen, dass sie es erst gar nicht glauben wollte, was Ihr in einem Brief von höchster Stelle mitgeteilt wurde. Erst ihre Enkelkinder machten sie darauf aufmerksam, dass dieser Brief eine wichtige, wahre Mitteilung enthielt. Sie freue sich, dass ihre Gesundheit es heute noch zuließ, aktiv tätig zu sein. Im Schreiben von Theaterstücken, im Heimatmuseum oder als Zeitzeuge des dritten Reiches, Frau Günzler ist immer präsent und gibt gerne ihr vielfältiges Wissen weiter.
Wer ist diese Frau Günzler, die sich diese Auszeichnung verdient hat?
Frau Günzler, eine gelernte Kindergärtnerin, trat im September 1970 in den Schuldienst der Stadt Frankfurt am Main als Lehrerin für Sport und textiles Gestalten an der Minna Specht-Schule in Frankfurt-Schwanheim ein, wo sie bis zu ihrer Pensionierung, im Jahre 1993, unterrichtete. Mit ihrem Mann, Hans Günzler, haben Sie zwei Kinder großgezogen und erfreut sich heute zweier Enkelkinder.
Seit 1991 ist sie verwitwet. Bereits 1996 erhielt sie den Landesehrenbrief des Landes Hessen.
Im Besonderen machte sich Frau Günzler um die Heimatgeschichte verdient. Sie gehörte 1977 zu den 40 Schwanheimer Bürgern, die den Heimat- und Geschichtsverein Schwanheim e.V. gründeten. Von Beginn an übernahm Sie als zweite Vorsitzende Verantwortung. Nach fünf Jahren übernahm Sie den Vorsitz des Vereines, den sie auch heute noch, nach 25 Jahren, inne hat. Welcher Verein kann das noch vorweisen? Er unterhält und pflegt ein über die Grenzen Frankfurts hinaus bekanntes Heimatmuseum.
In ihrer Zeit als Lehrerin und bis heute führte sie sämtliche Schwanheimer Schulklassen durch das Heimatmuseum, um schon den Kindern ihre Heimatgemeinde näher zu bringen.1987, anlässlich der 300 Jahr Feier der alten Schwanheimer Pfarrkirche, wurde sie vom damaligen Schwanheimer Pfarrer ermutigt, ein Theaterstück zu schreiben. Das Theaterstück wurde ein solch großer Erfolg, dass der von ihr gegründete Theaterkreis St. Mauritius auch nach 20 Jahren noch Bestand hat. Alle drei Jahre bringt sie mit einem von ihr geschriebenen Heimatstück den Schwanheimern ihre Geschichte näher. Die hierzu notwendigen, umfangreichen Recherchen im Archiv des Heimatmuseums sind eine Herzensangelegenheit von Frau Günzler.
Nicht unerwähnt bleiben soll ihr Engagement als Frankfurter Zeitzeugin des dritten Reiches. Besonders Schülern berichtet sie, innerhalb deren Geschichtsunterrichts, von ihren schrecklichen Erlebnissen als Kind und Halbjüdin in der Frankfurter Innenstadt. Aber auch in der Erwachsenenbildung der kath. Akademie Frankfurt berichtet sie über diese schwere Zeit.
Um den Fortbestand der 1901 erbauten, neugotischen Schwanheimer Kath. Kirche zu sichern, wurde 1999 der Freundeskreis St. Mauritius gegründet. Auch hier übernahm Frau Günzler, zu dieser Zeit Mitglied des Pfarrgemeinderates, Verantwortung als Beisitzerin im Vorstand. Führungen in der Kirche und auf dem alten Schwanheimer Friedhof werden von ihr mit viel Erfahrung, die sie in ihrer langjährigen Tätigkeit im Pfarrgemeinderat und im Heimmuseum sammeln konnte, durchgeführt. Erst 2007, nach 16jähriger Zugehörigkeit, hat Sie den Pfarrgemeinderat verlassen.
Wir von Schwanheim.com gratulieren Frau Lilo Günzler recht herzlich zu dieser Auszeichnung. Wir sagen Dank für Ihr bisheriges Schaffen und die Weitergabe ihres Wissens. Wir hoffen, Sie noch recht lange unter uns zu wissen und von ihren Erfahrungen profitieren zu können.
(Impressionen von der Verleiung haben wir in unserer Galerie bereitgestellt)
(o.k.)
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