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SGG hat 75 jähriges Jubiläum |
Großes Festwochenende der Siedlergemeinschaft Goldstein:
Der größte Verein Goldsteins begeht in diesem Jahr sein 75-jähriges Jubiläum und lädt zum großen Festwochenende ein
Ein Dreivierteljahrhundert Siedlergemeinschaft Goldstein e.V. (SGG) ist für den Vorstand des Vereins Grund genug, mitten im Stadtteil und für die Goldsteiner ein großes Festwochenende über drei Tage für Jung und Alt zu veranstalten. „Wir wollen den Siedlergedanken von Goldstein fortführen und das Miteinander mit anderen Vereinen fördern“ erklärt Beate Scheumann-Metz, 1.Vorsitzende der Siedlergemeinschaft Goldstein, die selbst in Goldstein im Siedlerhaus ihrer Großeltern am Wiesenhof aufgewachsen ist und ihren Stadtteil sogar schon als Goldsteiner Rosenkönigin 1995/1996 repräsentieren durfte.
Die Feierlichkeiten starten mit einer Party und guter Laune mit dem DJ Duo „Square Pants“ am Freitag, 8. August 2008 um 19.30 Uhr im Saal des Gemeindehauses St. Johannes, Goldstein.
Am Samstag steht an gleichem Ort ein bunter Abend mit Tanz und verschiedenen Darbietungen der Goldsteiner Vereine auf dem Programm. Beginn ist ebenfalls um 19.30 Uhr, Einlass bereits um 19 Uhr.
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An beiden Abenden sind im Eintritt von 5 Euro ein Freiverzehr von 3 Euro enthalten. Außerdem werden wechselnde „Happy Hour“ angeboten.
Die jüngsten Festbesucher kommen am Samstag ab 14 Uhr beim großen Kinderfest im Gemeindesaal und auf dem Gelände rund um die katholische Kirche St. Johannes auf ihre Kosten. Es werden alte Spiele aus früheren Zeiten gespielt, die schon etwas in Vergessenheit geraten sind, z. B. Gummitwist, Seil springen, Eierlaufen, Kreisel oder Rad antreiben, Hüpfekästchen, Murmel spielen, Stelzen laufen, Fadenspiele und viele andere. „Eltern, Großeltern und Urgroßeltern halfen mit, Spielideen zu sammeln und diese wollen wir beim Kinderfest durchführen“ erzählt Karin Meiser vom Festausschuss der Siedlergemeinschaft, „darüber hat unsere Jugendgruppe „Die Goldbeeren“ in ihrer Gruppenstunde abgestimmt“ ergänzt sie.
Außerdem wird der Jongleur Bartholomäus Bauch Bälle, Diabolos, Drehteller und Tücher jonglieren. Als kleinen Imbiss reichen die Goldbeeren-Kinder und ihre Betreuer gebackene Donats und frisches Popcorn. „Auch der Sonntag wird ein ereignisreicher Tag werden“ prophezeit Beate Scheumann-Metz.
Am 10. August 2008 wird um 10.15 Uhr ein Ökumenischer Gottesdienst in der St. Johanneskirche stattfinden, der gemeinsam von der katholischen Gemeindereferentin Christine Sauerborn-Heuser und dem evangelischen Pfarrer Ulrich Matthei geleitet wird. „Wir sprechen unseren Dank bei den Verantwortlichen der beiden Goldsteiner Gemeinden aus“ betont die Vorsitzende, bei Pfarrer Rolf Kaifer für die Möglichkeit, den Ökumenischen Gottesdienst in der katholischen Kirche zu halten und bei der evangelischen Dankesgemeinde für die Bereitschaft, diesen mitzugestalten“ ergänzt sie.
Danach soll es in einer kleinen Prozession zum Festumzug gehen. „Etwa 25 Zugnummern haben bereits ihre Teilnahme am Festumzug durch die Straßen von ganz Goldstein angekündigt. Begleitet wird das Ganze von viel Musik, den Wägen Goldsteiner Vereine und Gewerbetreibenden und der 15 Mann starken bayrischen Kapelle „Ammerseer Musikanten“, die im Anschluss ab etwa 12 Uhr zum Frühschoppen aufspielt.
Zur Geschichte der Siedlergemeinschaft Goldstein
1933 – ein Jahr nach Entstehung der Goldsteinsiedlung - wurde die Siedlergemeinschaft Goldstein gegründet, die von Anfang an die über 900 Siedler bei ihren Belangen unterstützt hat und es bis heute tut, u.a. durch Beratung, rechtlichen Beistand, günstige Konditionen bei Versicherungen und durch gesellige Veranstaltungen.
Derzeit gehören 960 Mitglieder der Vereinigung an, mit den Angehörigen können etwa 1.500 GoldsteinerInnen von den Vorteilen der Siedlergemeinschaft profitieren.
Am 23. Februar 2008 feierte der Verein im Bürgerhaus Goldstein seine Akademische Feier und blickte auf 75 lange und nicht immer einfache Jahre zurück. Besonders interessant war für Jung und Alt die historische Ausstellung mit vielen Bildern und Gegenständen aus dem Alltag der früheren Goldsteiner Haushalte im Heimathaus Goldstein, die vom Tag der 75-Jahr-Feier an, an drei Wochenenden zu sehen war.
Als im Mai 1932 die Bauarbeiten der Siedlung Goldstein begonnen hatten, fehlte es an Erfahrungen, wie der Aufbau einer so großen Siedlung in Gemeinschaftsarbeit gelingen sollte. Drei Trägergesellschaften waren damals mit der organisatorischen Durchführung betraut worden, nämlich die Nassauische Heimstätte, Hellerhof AG und Gewobag. Die Baufirmen stellten Geräte, Gerüst und Bauaufsicht, während alle Arbeiten, den Hausbau betreffend, mussten von den erwerbslosen Siedlern ausgeführt werden, und das lediglich mit gutem Willen und unter den schwierigsten Verhältnissen.
Es wurden Arbeitsgruppen gebildet und Obleute gewählt, die die Verbindung zwischen den Siedlern und Trägergesellschaften herstellten. Mit zunehmendem Baufortschritt und dem Bezug der gesamten Siedlerstellen des 1. Bauabschnitts im Frühjahr 1933, war bereits im Januar 1933 die Zeit reif gewesen für eine Versammlung aller Siedler, die in der Turnhalle in Niederrad stattfand. Der „Siedlerverein Goldstein“ war gegründet!
Schon kurz danach wurde die politische Wende für alle spürbar und auch der Siedlerverein wurde gleichgeschaltet. Im Januar 1935 fand mit Genehmigung der Ortgruppenleitung der NSDAP die Gründung der Siedlergemeinschaft Goldstein statt. Peter Heberer wurde zum Vorsitzenden gewählt, der bei seinen organisatorischen Arbeiten von den sechs Bereichsleitern Albert, Brand, Frank, Heberer, Lang sowie Sprater unterstützt wurde. Eine besondere Aufgabe der Siedlergemeinschaft war es, die Vorurteile hinweg zu räumen, die man gegen eine Erwerbslosensiedlung in der Öffentlichkeit hatte. Aus diesem Gedanken heraus, entstand im Jahr 1936 das erste Siedlerfest, aus dem sich in den folgenden Jahren die Goldsteiner Kerb mit großer Tombola entwickelte.
Die Siedler trugen zum Fest mit reich gefüllten Erntekörben aus Goldsteiner Erzeugnissen bei und lockten Gäste aus dem ganzen Umkreis. In alter Tradition soll auch im 75. Jahr des Bestehens der Siedlergemeinschaft Goldstein groß gefeiert werden. Weitere Einzelheiten zur Geschichte der Siedlergemeinschaft können in der informativen Chronik, erstellt von Beate Scheumann-Metz und Günter Heberer nachgelesen werden.
„Mit einer Sponsorentapete, die in der neu aufgelegten Chronik, auf Briefbögen und Plakaten während des ganzen Jahres zu lesen sein wird, wollen wir uns bei unseren zahlreichen großzügigen Spendern bedanken, die maßgeblich zur Finanzierung des großen Festjahrs 2008 beitragen“ betont die 1. Vorsitzende. „Die Volksbank Griesheim ist Schirmherr des Festes. Außerdem hat uns die Firma Anton Schneider 5 aus Schwanheim im Jubiläumsjahr eine neue Standarte und Fahne für unseren Verein finanziert, worauf unser neues Logo zu sehen“ ergänzt sie glücklich. „Unser Anliegen ist es, dass die Siedlergemeinschaft weiter wächst und gedeiht, dass unsere Jugend die Perspektiven der Arbeit in der Siedlergemeinschaft schätzt und weiterhin fortführt“ fügt Beate Scheumann-Metz hinzu.
Um dies zu unterstützen wurde im Frühjahr 2002 die Jugendgruppe „Die Goldbeeren“ gegründet, die sich seither einmal wöchentlich trifft und einen Kleingarten in Goldstein bewirtschaftet. Auch eine weitere Gruppe des Vereins ist sehr erfolgreich: Das Siedlerteam entstand im Jahr 2000 und konnte seither durch seine geschickten und originellen Auftritte beim VfL Zeltoscar bzw. jetzt bei der Goldsteiner Trophy zum 5. Mal in Folge den 1. Platz erzielen. Manuel Weckbart, engagiertes Mitglied der SGG und seit 2000 auch im Siedlerteam, konnte zum Beginn des Festjahres im Februar das neue eigene Lied der Siedlergemeinschaft Goldstein „Seit 33“ vorstellen, das er selbst komponiert und getextet hat: „Seit 33, da sind wir da, für Goldstein und die Bürger. Seit 33, das ist doch klar, der Siedlerbund…“ heißt es im Refrain und so ist es klar, dass es auch im Jahr 2008 noch ein Erntedankfest der Siedlergemeinschaft Goldstein gibt. Gefeiert wird am 4. Oktober 2008, was auch den Abschluss des großen Festjahrs bilden wird.
(bvö)
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