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Salzablagerungen in Sindlingen |
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Freitag, 25. Februar 2011 |
Beim Gesprächskreis der Nachbarn des Industrieparks Höchst stellte AkzoNobel Industrial Chemicals am Donnerstag Abend die geplanten Maßnahmen zur Verringerung der Salzniederschläge im Ortsteil Sindlingen vor.
Erhard Leistner, Standortleiter von AkzoNobel Industrial Chemicals im Industriepark Höchst, berichtete im Gesprächskreis: „Wir arbeiten daran, den Produktionsprozess in unserer Elektrolyse zu verändern. Heute wird an vielen Stellen Wasser in den Prozess eingebracht, z.B. in Form von Regen- oder Spülwasser, es entsteht sogar im Prozess selbst. Der einzige Abfluss für überschüssiges Wasser war bislang die Verdampfung am Salzbunker, die dann bei ungünstigen Wetterlagen zu Salzniederschlägen führen konnte. Jetzt haben wir ein Konzept entwickelt, um Wasser auch an anderen Stellen aus dem System zu entfernen. Es wird einer chemischen Abwasserbehandlung unterzogen und dann in die biologische Abwasserreinigung des Industrieparks geleitet. Der Effekt ist klar: Wir reduzieren die Notwendigkeit drastisch, Wasser über den Salzbunker verdampfen zu lassen.“
Leistner erläuterte auch die einzelnen Planungsschritte: „Wir haben bereits ein Ingenieurbüro damit beauftragt, die erforderlichen neuen Anlagenteile zu entwerfen und dann bauen zu lassen. Auch mit den Behörden sind wir in Kontakt, denn eine solche Prozessveränderung muss mit ihnen abgestimmt werden.“ Man arbeite mit Hochdruck an der Umsetzung, so Leistner, und rechne damit, dass die veränderte Produktionsweise im Herbst d.J. in Betrieb genommen werden könne. Er bat die Nachbarn um Geduld: „In der kritischen Sommerzeit wird man leider noch keine Verbesserungen sehen. Die Konstruktion braucht ihre Zeit, schließlich soll die Lösung hinterher auch funktionieren. Hinzu kommt, dass einige der benötigten Teile, z.B. große Behälter, extra angefertigt werden müssen und eine entsprechend lange Lieferzeit haben.“
Zur Ausgangssituation: AkzoNobel Industrial Chemicals benötigt Salz als Rohstoff für seine
Elektrolyse, in der Chlor und Natronlauge hergestellt werden. Das Salz wird in diesem Produktionsprozess in Form einer erhitzten Salzsole eingesetzt. Beim Auflösen des Salzes verdunstet ein Teil des Wassers. Normalerweise bewirkt der Wind, dass dieser Wasserdampf sich schnell mit der Umgebungsluft vermischt und verweht. Bei besonderen Wetterlagen – bei geringer Luftfeuchtigkeit und Ostwind – kommt es aber leider zu den Salzablagerungen in der
Nachbarschaft.
AkzoNobel hat die Elektrolyse im Jahr 2009 gekauft. Das Unternehmen hat bereits mitgeteilt, dass es vorhat, eine ganz neue Anlage in Frankfurt zu bauen. Damit wäre dann auch das Problem der Salzniederschläge gelöst. Allerdings hat sich die Realisierung aufgrund der Wirtschaftskrise um rund 1,5 Jahre verzögert. Daher kam AkzoNobel zu der realistischen Einschätzung, dass noch 3 bis 5 Jahre vergehen werden, bis eine neue Anlage wirklich in Betrieb genommen werden kann. In dieser Situation hat das Unternehmen beschlossen, eine Zwischenlösung zu installieren, um die betroffenen Bürgerinnen und Bürger schon in diesem Jahr zu entlasten.
Die Produkte, die in der Elektrolyse von AkzoNobel produziert werden, gehen zu einem erheblichen Teil an Kunden im Industriepark Höchst und sind dort Basis für die Folgeproduktion.
(red.) |