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Lebensgefahr in Goldstein? |
Wildschweinrotten wohnen im Stadtgebiet. Übergriffe auf Personen sind zunehmend an der Tagesordnung. Verzweifelte Anwohner machen nächtens von der Schußwaffe gebrauch. Der Wilde Westen? Nein, Goldstein aktuell
 am hellichten Tag zeigt sich hier ein Eber auf dem Parkplatz im Wohngebiet Helga Erben wohnt nahe "Am Försterpfad" in Goldstein. Sie hat immer die Ruhe hier genossen. Seit zwei Jahren jedoch, seit die Revierförsterei den Sperrzaun am Waldrand abgebaut habe, wird die Nachtruhe der Anwohner zunehmend gestört. Doch das ist sehr freundlich ausgedrückt. An der Tages- oder besser Nachtordnung ist es, daß mehrere Wildschweinhorden Goldstein verunsichern, laut, nah und ohne jede Scheu. Eine ganze Familie mit 12 Tieren wohnt quasi vor ihrem Schlafzimmerfenster. "Sie haben sogar schon eine Suhle angelegt, keine 2 Meter von unserem Balkon entfernt", berichtet uns Helga Erben.
Eskalieren kann die Situation jeden Augenblick. Ob nun Spätheimkehrer von der Straßenbahn nicht mehr nach Hause können und sich wieder an die Haltestelle flüchten oder ob die Bürger morgens einfach nur zur Arbeit fahren wollen und die Wildschweine den Parkplatz besetzt halten, man ist stets angespannt.
"Nachts reißen uns immer wieder Schüsse aus dem Schlaf", gesteht uns Helga Erben müde. Anwohner setzen in ihrer Verzweiflung eigenmächtig Schußwaffen ein. Ob es sich dabei tatsächlich um scharfe Waffen handelt, kann uns Helga Erben nicht sagen. Die Wildschweine jedoch machen keinerlei Anstalten mehr in den Wald zurück zu kehren. Sie kennen den Wald nicht einmal, denn sie sind in der nun zweiten Generation direkt im Stadtgebiet geboren und aufgewachsen. Scheu vor dem Menschen haben sie nicht. Am Tag liegen sie in den Gebüschen z.B. rund um den kleinen Spielplatz nahe des Waldes herum und Nachts gehen sie dann aus. Die Mülltonnen sind eine willkommene Nahrungsquelle und der Tisch ist für die Tiere auf diese Weise immer reich gedeckt.
 Parken wird in Goldstein oft zum ungewollten Abenteuer
Ebenfalls regelmäßig gehen Jugendliche auf Wildschweinjagd. 14-18 Jahre seien die Beteiligten und machen sich einen Spaß daraus die Tiere auch noch wild zu machen, berichtet uns Helga Erben.
Das eigentlich Schlimme an der Sache ist jedoch, daß sich niemand um das Problem kümmert. Die Försterei fühlt sich nicht zuständig, die Polizei ist über die Gesamtproblematik informiert, kann aber nur bei konkreten Bedrohungssituationen reagieren und die Stadtverwaltung scheint entweder von der Extreme der Situation keine Ahnung zu haben oder ist überfordert. Das es zu einer solchen Lage überhaupt kommen konnte ist unserer Ansicht nach nur beschämend. Das es bei einer regelrechten Dauergefahr für die Anwohner nicht einmal zu Problemlösungsversuchen kommt ist ein Skandal.
(Bilder mit freundlicher Genehmigung von A.Erben)
(bnh)
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