Die alte Schleuse
Am Nadelwehr der alten Schwanheimer Schleuse

Wie schon in früheren Beiträgen erwähnt, wurde der Main schon in grauer Vorzeit als Schifffahrtsstraße genutzt.Je weiter die Einwohnerzahl der Stadt Frankfurt wuchs, und je mehr die Industrialisierung zunahm, desto mehr Waren und Rohstoffe wurden gebraucht.

Als die Größe der Schiffe, die vom Rhein kommend den Main hoch getreidelt wurden zunahm, reichte die Wassertiefe bald nicht mehr aus, zumal abzusehen war, dass bald mehr und mehr Dampfschlepper eingesetzt würden.Ein Ausbaggern der Fahrrinne brachte nichts mehr. Die Fließgeschwindigkeit hätte sich dadurch erhöht und der Nutzen wäre weg gewesen.

Man fasste den Entschluss, den Wasserstand durch Nadelwehre auf ungefähr 2,20m zu erhöhen. Von 1882 bis 1885 wurde ein Nadelwehr quer durch den Fluss zwischen Nied und Schwanheim errichtet. Zunächst musste ein Steg und ein Anschlag am Grund errichtet werden (siehe Zeichnung). Das Aufstauen wurde dadurch erreicht, dass Holzplanken (Nadeln) schräg zwischen die beiden Auflagen gestellt wurden.

Der Vorteil dieser Art von Wehren war die leichte Regulierung des Wasserstandes durch das Entfernen oder Hinzufügen von Nadeln. Der Nachteil war, dass bei Hochwasser oder bei Eisgang die Nadeln entfernt werden mussten, um eine Zerstörung zu vermeiden. Damit der Schiffsverkehr stattfinden konnte, wurde auf der Schwanheimer Seite eine Schleuse gebaut. Sie hatte drei große Tore, die alle von Hand bewegt werden mussten. Eine personalaufwändige Knochenarbeit.

Mit dem Material, das beim Bau der Schleuse anfiel, wurde auf Schwanheimer Seite ein Hügel aufgeschüttet, dem Hochwasser nichts anhaben konnte. Darauf wurden zwei Gebäude errichtet. Eins beherbergte das Abfertigungskontor und die Wohnung des Schleusenwärters, das zweite war Wachstube für die Arbeiter und Magazin. Später entstand noch ein weiteres Gebäude in dem der französische Zoll untergebracht war.

SimpleViewer requires JavaScript and the Flash Player. Get Flash
(Für Bildinfos bitte mit der Maus über das vergrößerte Bild fahren)


Der Hügel mit den drei Häusern ist als einziges von dieser Anlage übrig geblieben. Bei einem Mainspaziergang kommt man kurz vor der Fähre daran vorbei. 1926 entschied der Verkehrsdezernent, dass die Nadelwehre ein Hemmnis für die moderne Mainschifffahrt seien und so wurde 1927 mit dem Bau eines modernen Walzenwehres zwischen Griesheim und Schwanheim begonnen, das 1932 im September eingeweiht wurde.

Die alten Nadelwehre wurden gesprengt und die Schleusen stillgelegt. Die Kammern wurden zunächst mit Erde und Steinen an der Bergseite zugeschüttet. Dadurch entstand so etwas wie ein Hafenbecken, das im Winter zufror. Ich kann mich noch gut erinnern, dass wir als Halbwüchsige mit Schlittschuhkufen, die an die Schuhsohlen geschraubt wurden Schaulaufen und wilde Hockeyturniere veranstalteten. Leider wurde dieses Überbleibsel 1959 durch die Firma Holzmann völlig zugeschüttet.

(h.g.)

(Beitrag verpasst? Hier gehts zum "Schwanheim wie es früher war" Archiv.)
 
BvS


<a href="http://www.american-journey.de">american journey</a> <a href="http://www.reimtext.de">reimtext- hesse pop & mundart schau</a>