Chemieunfall
Stoffaustritt im Industriepark Höchst gestoppt

Am Freitag, 25. November, ist um 11.02 Uhr in einem Betrieb der Akzo Nobel im Industriepark Höchst aus bisher ungeklärter Ursache Chlormethan und Chlorwasserstoff ausgetreten. Der Austritt wurde sofort gestoppt.

Betroffen waren aufgrund der vorherrschenden Windrichtung die Stadtteile Höchst und Unterliederbach. Aufgrund einer möglichen Gesundheitsgefährdung wurde die Bevölkerung der betroffenen Stadtteile durch Sirenen gewarnt. Mit dem Sirenenton wurde die Bevölkerung aufgefordert, ein Gebäude aufzusuchen, Kinder ins Haus zu rufen, Fenster und Türen geschlossen zu halten, Lüftungs- und Klimageräte abzuschalten und das Radio einzuschalten.

Innerhalb des Industrieparks Höchst wurde ebenfalls Sirenenalarm ausgelöst. Die externe und interne Sirenenwarnung wurde um 12.10 Uhr wieder aufgehoben.

In dem betroffenen Betrieb wird Chlormethan hergestellt.

Im Bereich der Austrittsstelle konnte kurzzeitig ein stechender Geruch wahrgenommen werden. Die Werkfeuerwehr schlug die ausgetretenen Stoffe mit einem Wasserschleier nieder. Das angefallene Niederschlagswasser wird in einem Auffangbehälter zurückgehalten.

Außerhalb des Industrieparks Höchst haben alle Messwerte gezeigt, dass die Stoffkonzentrationen unter der Nachweisgrenze lagen. Daher besteht nach derzeitigem Kenntnisstand keine Gefährdung für die Nachbarschaft und die Umwelt.

Chlormethan ist ein extrem entzündbares Gas. Es kann vermutlich Krebs erzeugen, die Fruchtbarkeit beeinträchtigen oder das Kind im Mutterleib schädigen. Bei längerer oder wiederholter Exposition können Organe geschädigt werden. Chlorwasserstoff ist ein gasförmiger, giftiger Stoff, der beim Einatmen Verätzungen verursachen kann.

Ein Industriepark-Mitarbeiter wurde mit leichten Atemwegsreizungen in das Arbeitsmedizinische Zentrum des Industrieparks Höchst gebracht. Außerhalb des Industrieparks wurden nach aktuellem Kenntnisstand keine Menschen durch die Folgen des Vorfalls verletzt.

Der Bahnverkehr am Bahnhof Höchst wurde vorsorglich eingestellt und ist nun wieder in Betrieb. Die zuständigen Behörden wurden umgehend informiert.

Aktuelle Informationen gibt es auch im Internet unter www.ihr-nachbar.de.

Für die Nachbarn des Industrieparks Höchst steht außerdem unter der Telefonnummer 069/305-4000 ein Bürgertelefon zur Verfügung.

Akzo Nobel bittet die Anwohner und Nachbarn für die entstandene Beeinträchtigung um Entschuldigung.

(red.)
 
BvS


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