Besprühung mit Todesfolge?
Gespenstische Ruhe in einem Schwanheimer Waldstück.

Wenn sie den Schwanheimer Wald in Höhe des Kiosk von Erika und Klaus Hengst betreten, erwarten Sie sicherlich, dass sie Vögel beobachten und ihren fröhlichen Gesang hören können.

Im Januar dieses Jahres hatten wir darüber berichtet, mit welcher Leidenschaft Erika und Klaus darum bemüht waren, mit Futterstellen und Nistkästen diese Vielfalt von Vögeln mit ihrem Gesang zu erhalten. Jetzt im Frühjahr und Sommer wollten sie ihre Mühe belohnt wissen. Mit Gesang und der Möglichkeit, Beobachtungen über das Verhalten der Vögel machen zu können. Was ist geschehen, dass wir darüber berichten wollen? Der Grund ist, es gibt keine Vögel die fröhlich zwitschern, es gibt leere verlassenen Nester und Nistkästen und das von heute auf morgen.

Klaus Hengst ist verzweifelt über diesen Zustand und wendete sich in einem Brief an Dr. Richarz, von der Staatlichen Vogelschutzwarte. Wir von schwanheim.com wollen Ihnen den Wortlaut des Schreibens wiedergeben.

"Sehr geehrter Herr Dr. Richarz. Seit vielen Jahren füttere ich die wildlebenden Vögel im Schwanheimer Wald. Da sich mein Haus direkt am Waldrand befindet und sich niemand um die freilebenden Vögel kümmert, habe ich die Winterfütterung selbst in die Hand genommen.

30-35 Vogelarten besuchen im Winter meine Futterstelle, was auch den Kindern und Erwachsenen große Freude bereitet, da sie aus der Nähe Wildvögel sehen können. Jährlich kommen Bergfinken, ca. 150 St., zum Überwintern vorbei. 8 Nistkästen habe ich angebracht um Höhlenbrüter anzulocken und zu halten. Etwa 500 Euro investiere ich für Vogelfutter und Nüsse im Winter für die Tiere, damit sie im Frühjahr Nester bauen können. Dies alles lief in den Jahren zuvor und auch in diesem Jahr sehr gut ab, da ich die Vögel ganztägig beobachten kann. In jedem Nistkasten wurden Nester gebaut und Eier gelegt sowie mit dem Brüten begonnen.

Doch nun passierte folgendes:
Vor ca. 5 Wochen, flog nachmittags ein Hubschrauber einige Male ganz knapp über die Baumwipfel und sprühte irgendwelche Mittel ab. Man erzählte uns, diese Mittel würden zur Bekämpfung des Eichenspinners abgeworfen und sind nicht schädlich.

3 Wochen später stellte ich fest, dass immer weniger Vögel an die Nistkästen zurückkamen.Nachdem kein Vogel mehr zu sehen und keinerlei Zwitschern zu hören war, entschloss ich mich dazu, in den Nistkästen nachzusehen.

Nest mit totem Jungvogel
Nest mit totem Jungvogel
Was ich zu sehen bekam verschlug mir die Sprache. In jedem Nistkasten war ein Nest mit 3-6 Eiern und toten jungen Vögel. So etwas habe ich in 63 Jahren noch nicht gesehen. Bis auf ein Nest (Eingefroren Bild 1) habe ich alles vernichtet, da dieser Anblick nicht zeigenswert war.

Da ich nicht weis was ich anfangen soll, wende ich mich an Sie und hoffe, dass dieser Vorfall restlos aufgeklärt wird und der Schuldige seine Strafe bekommt. Es ist traurig, dass man so mit Wildvögeln umspringt ohne Hemmungen und Gewissen. Auch Tiere des Waldes sind bei so einer Sprühaktion schlimm betroffen."

So weit der Brief von Klaus Hengst an Dr. Richarz von der Vogelschutzwarte. Ob es einen Zusammenhang zwischen Sprühaktion und der Schädigung von brütenden Vögeln gibt, möchten wir von schwanheim.com nicht beurteilen. Es liegt aber auf der Hand, dass diese Aktion von oberer Stelle aus angeordnet wurde und so schnell eine Klärung der Angelegenheit nicht zu erwarten sein wird.

(o.k.)
 
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